Der 1. Schritt: Die Anamnese (Aufnahme der medizinischen Vorgeschichte)

Hierbei erfahren wir aus den Angaben des Paares, ob es Hinweise für mögliche Ursachen der Kinderlosigkeit gibt. Beispielsweise fragen wir nach Operationen oder Anzeichen für Infektionen aus der Vergangenheit. Diese Befragung gibt in den meisten Fällen erste, oft schon entscheidende Hinweise, die uns helfen die Ursachenforschung einzugrenzen.

Wichtige Aufgabe der Anamnese ist, dass der untersuchende Arzt in diesem persönlichen Gespräch, für das er sich genügend Zeit nimmt, auch einen grundsätzlichen Überblick über den körperlichen Zustand und die Lebensumstände der Patientin und des Patienten bekommt.
Das KINDERWUNSCHZENTRUMS ALTONAER STRASSE und seine Ärzte sind dafür bekannt, Reproduktionsmedizin nicht etwa als standardisiertes Verfahren zu betrachten. Wir wissen aus unserer langjährigen Erfahrung um die Komplexität von Zeugung und Schwangerschaft und die sehr unterschiedliche Situation jedes einzelnen Patienten.

Der 2. Schritt: Die Basisuntersuchung
Mit einer Blutuntersuchung bei Frau und Mann überprüfen wir die hormonelle Grundsituation. Falls erforderlich, werden durch zusätzliche Tests weitere Erkenntnisse gewonnen, z. B. die Bestimmung der Rötelntiter, Hepatitis- und HIV-Test und weitere Blutwerte. Je nach Zyklussituation erfolgt eine zusätzliche körperliche Untersuchung per Ultraschall. – Siehe dazu auch unter Ultraschall von Eierstöcken.

Der 3. Schritt der Untersuchung der Frau: Zyklusmonitoring
Darunter versteht man eine Überprüfung des Monatszyklus im zeitlichen Ablauf. Zur Erinnerung: Der Menstruationszyklus der Frau beträgt normalerweise 28 Tage +/- 2 Tage; beginnend jeweils mit dem 1. Blutungstag als 1. Zyklustag. In den ersten 14 Tagen des Zyklus erfolgt die Eireifung, die am Tag 14 (bei 28-tägigem Zyklus) zum Eisprung führt. Nur zu diesem Zeitpunkt ist eine Befruchtung der Eizelle möglich. Eine Woche nach einer Befruchtung nistet sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut ein.

Diesen normalen Ablauf des Zyklus überprüfen wir mit einer Ultraschalluntersuchung. Damit kann die Größenzunahme des Eibläschens (Follikel) bis zur Ausreifung auf eine Größe von etwa 18 - 22 mm beurteilt werden. In diesem Eibläschen (auch Wasserbläschen genannt) befindet sich die Eizelle, die wegen Ihrer geringen Größe (Größe eines Staubkorns!) mit bloßem Auge nicht gesehen werden kann.

Außerdem untersuchen wir die Gebärmutterschleimhaut. Diese sollte zur Zeit des Eisprungs idealerweise mindestens 8 mm dick sein, um optimale Voraussetzungen für die Einnistung der Eizelle zu schaffen. Ein Abstrich aus dem Gebärmutterhals zeigt, ob die Schleimentwicklung ausreichend ist, und, ob noch lebende Spermien bei der mikroskopischen Untersuchung des Schleimes gefunden werden, wenn Sie am Vortag Sexualverkehr hatten.

Mit einer gleichzeitigen Blutuntersuchung zur Hormonbestimmung lässt sich klären, ob das Eibläschen eine ausreichende Menge an Hormonen produziert (Östrogene) und, ob der Körper den Eisprung schon eingeleitet hat (Luteinisierendes Hormon und Progesteron). Eine weitere Blutuntersuchung (Östrogen und Progesteron) in der Mitte der 2. Zyklushälfte klärt, ob der Eisprung qualitativ gut genug war.

Bei weitgehend normalem Zyklusablauf ist es häufig ausreichend, diese Untersuchung nur einmal pro Zyklus um den 12./13. Zyklustag durchzuführen, mit dem Ziel, die Qualität und den Zeitpunkt des Eisprungs zu beurteilen.

Soviel zum generellen Ablauf der normalen Voruntersuchung, die bei Frauen etwas umfangreicher ist als bei Männern. Je nach Ergebnis der hier kurz dargestellten Tests können verschiedene individuell angepasste weitere Untersuchungen oder individuell abgestimmte Behandlungsverfahren in Betracht kommen. Mehr dazu unter Untersuchungen bei der Frau und Untersuchungen beim Mann.

Hormonanalysen
Zur Überprüfung hormoneller Funktionen der Frau kommen sowohl klinische als auch laborchemische Untersuchungen zum Einsatz. Üblicherweise kann man bei einem regelmäßigen Zyklus, insbesondere bei Fehlen von Schmierblutungen vor der eigentlichen Regelblutung, hochgradige hormonelle Störungen weitgehend ausschließen. Eine Bestimmung des basalen Hormonstatus empfiehlt sich dennoch, um bei unerfülltem Kinderwunsch auch subtile Veränderungen nicht zu übersehen. Einige latent vorliegende Hormonstörungen können beispielsweise bei der Schwangerschaft negative Auswirkungen haben.

Im Rahmen des Zyklusmonitorings wird zu Beginn des Zyklus (dritter bis fünfter Zyklustag) der Blutspiegel derjenigen Hormone bestimmt, die für die Eizellreifung zuständig sind (FSH, Östrogen). In der zweiten Zyklushälfte steht dann noch einmal eine Blutuntersuchung auf dem Plan, um den Gelbkörperhormonspiegel (Progesteron) zu kontrollieren. Das Gelbkörperhormon ist nach dem Eisprung für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut des Embryos verantwortlich und auch für den weiteren Erhalt der Schwangerschaft. So ist es von großer Bedeutung, eine Gelbkörperschwäche früh zu erkennen, um diese dann durch Substitution zu therapieren.